Wieder einmal Sonntag, ein ereignisreiches Wochenende, bzw. eine ereignisreiche Woche liegt hinter mir. Grund dafür war der soirée européenne der am Freitag von den Freiwilligen bei Campagne des Hommes veranstaltet wurde. Pro Quartal wird in den Räumlichkeiten von CDH ein Soirée veranstaltet, wahlweise africaine oder européenne.
An diesem Abend also europènne.
An Programmpunkten war folgendes von uns geplant:
1. Begrüßung
2. Quiz über Europa
3. Tanzstunde (Walzer)
4. Essen (Büffet mit Schnitzeln und Salaten)
5. Trommelgruppe von Raimond (Nicht europäisch, kleiner afrikanischer Beitrag)
6. Disko européenne
Von all den Programmpunkten war das Essen natürlich der aufwendigste. Zu dem sahen wir uns einiger, örtlich bedingter Probleme betreffend der Zubereitung konfrontiert, dazu aber später.
Vergangenen Mittwoch bin ich dann also in Begleitung eines anderen, glücklicherweise in der Schweiz als Koch ausgebildeten, Freiwilligen auf den Fleischmarkt gefahren um dort acht Kilo Rindfleisch zu erwerben – für umgerechnet grade mal 30 €uro.
Am Donnerstag stand dann die Vorbereitung der Schnitzel auf dem Programm. An diesem Tag habe ich die bisher stupideste Arbeit in meinem 20 Jahre jungen Leben verrichtet: Brot bröseln. Soviel dass für ca. 110 Schnitzel als Panade herhalten kann. Zu dritt haben wir den ganzen Donnerstagnachmittag und Freitagvormittag gebröselt…
Parallel wurde geschnippelt, Fleisch geschnitten und immer wieder für Getränkenachschub gesorgt – damit auch ja nicht die Stimmung flöten ging.
Am Freitag um 19.00 Uhr sollte es schließlich losgehen, um 18.30 Uhr haben wir das letzte Schnitzel paniert – 100 Schnitzel warteten nun darauf gebraten und verzerrt zu werden.
Spätestens jetzt kamen wir jedoch wieder in togoischer Wirklichkeit an. Um diese Masse an Schnitzel zuzubereiten brauchten wir viel heißes, siedendes! Öl. Zur Verfügung standen uns eine Kohle/Feuerschale, Kohle, Kokosnussfasern, einen Topf und was zum wedeln.
Ganz einfach, dachten wir uns – Kohle in die Feuerschale, Fasern drunter, alles angezündet und dann gewedelt – kennt man ja vom Grillen aus der Heimat…
So einfach war‘s dann leider nicht. Jeder hat schon mal Kohle zum glühen gebracht, jedoch die wenigsten, von uns jedenfalls, Öl zum sieden. Da dauert verdammt lange und ist verdammt anstrengend und stresst doch ein wenig wenn eine hungrige Masse bestehend aus Togoern und Europäern aufs Essen wartet. Glücklicherweise hatten wir zwei talentierte Jungmoderatoren in unseren Reihen, die es bestens verstanden alle bei Laune zu halten. Quiz und Tanzstunde kamen beim Publikum bestens an.
Schließlich sahen wir uns dazu gezwungen etwas erfahreneres Personal in Gestalt einer togoischen Mutter hinzu zurufen, die das Öl dann schließlich zum sieden gebracht hat. Endlich konnte es losgehen. Nun das nächste Problem – wie bereitet man am schnellstens und besten so viele Schnitzel zu? Viele Schnitzel in viel Öl quasi frittieren? Das war der erste Versuch, der ist in die Hose gegangen – pampige Panade und zähes Fleisch. Zweiter Versuch wenig Öl, wenige Schnitzel, braten also . Geht besser, schöne braune, knusprige Panade und leckeres zartes Rindfleisch – hammer! Unser Koch lief mittlerweile zu Hochtouren auf – in der kleinen Küche ging es zu wie in einer Großküche, nur die Befehle waren etwas anders: Wedeln, das Öl muss die ganze Zeit sieden, schnell!!! Mehr Schnitzel, wedeln, stopp, ahh ich bin voll Öl…
Schließlich waren alle schnitzel gebraten, jedermann verköstigt und wir am Ende, aber glücklich.
Nächster Programmpunkt. Disco!
Also Laptop angeschlossen und losgefeiert – wieder einmal die Erkenntnis, mit der richtigen Musik und dem richtigen… „Maß an Getränken“ lässt es sich bestens feiern. Togoer und Europäer haben begeistert das Tanzbein geschwungen während ich zwischen Tanzfläche und Laptop rotiert habe - das hätte noch bis zum nächsten Morgen so weitergehen können, tragischer Weise gibt es selbst in Togo Nachbarn die schlafen wollen, somit war um halb eins bereits Schluss. Balsam auf meiner jungfräulichen DJ-Seele waren in Eintracht protestierende Togoer und Yovos die überhaupt nicht damit einverstanden waren, die Party vorzeitig zu beende, jedoch muss man sich auch im fernen Togo der Obrigkeit unterwerfen.
Vom Chef erfreulicherweise das Versprechen bei nächster Gelegenheit die Feier fortzusetzen.