Natürlich will ich euch nicht die Fotos vorenthalten, die während der Reise entstanden sind:
http://picasaweb.google.com/mr.bhrns/Ghana#
Sonntag, 9. Januar 2011
Samstag, 8. Januar 2011
Ghana, komplett
Nach gut drei Wochen in denen ich mit dem Motorrad durch Ghana gefahren bin (mit Versicherung und gültigem Führerschein) bin ich gestern wieder in Kpalimé angekommen. Hinter mir liegen gut 3000km auf ghanaischem und togoischem Boden während denen ich jede Menge Leute getroffen, Landschaften gesehen und viel erlebt habe.
Während der Fahrt habe ich eine Art Fahrtenbuch geführt, dass ich euch hier präsentieren werde. Viel Spaß bei der Lektüre! Und allen nachträglich ein frohes neues Jahr! Habe jetzt die komplette Reise fertig geschrieben.
18.12.2010
Kpalimé à Lomé à Sodakopé (Ghana) 268km
· In Lomé Grenze nach Ghana überquert, Beamte haben ewig Papiere durchgeschaut, viele Papiere ausgefüllt, gar nicht so einfach, nach Ghana zu kommen, haben uns aber auch den vollsten Grenzübergang ausgesucht
· Spätabends in Sodakopé angekommen, nur Notlösung, kein besonders schöner Ort, morgen gleich nach Ada weiter
19.12.2010
Sodakopé à Ada Foah 64km
· Endlich am Meer! Total schöner Strand auf einer Landzunge auf der auch unsere Hütten stehen, in denen wir die Nacht verbringen werden. Heute angenehm kurze Fahrt
· Beim Bezahlen dann einige Probleme mit dem Geld, da wir noch nicht wirklich dazu gekommen sind, CFA in ghanaische Cedi umzutauschen. Zum Glück hat das Personal auch Euro akzeptiert, die wir noch dabeihatten
20.12.2010
Ada Foah à Kokrobite 142km
· Heute ziemlich anstrengende Fahrt, mussten durch Accra, die Hauptstadt von Ghana, Umgehungstraßen gibt’s nicht, überall nur Stau, zum Glück konnten wir uns mit den Motos ganz gut durchschlängeln. Wurden dafür mit einem ziemlich coolen Campingplatz belohnt, auf dem wir viele andere Reisende getroffen haben, darunter auch einen Briten, der mit dem Motorrad grade die Sahra durchquert hat, seine Route: Londonà Südafrika
· Haben in der Nähe mithilfe vom Reiseführer ein italienisches Restaurant gefunden, dass einem Typen gehört, der mit dem Fahrrad von Italien nach Ghana gekommen ist. Meine erste Pizza nach fünf Monaten!
21.12.2010
Kokrobite à Cape Coast 150km
· Super Straße! Sind direkt am Meer zur ehemaligen Sklavenverschiffungsstadt gefahren. Cape Coast war für uns Togofreiwillige einigermaßen beeindruckend, uns wurde vorher gesagt, die Stadt wäre ziemlich klein, jedoch gab es Supermärkte, Banken usw. Fast wie in Europa…
· Hier in Cape Coast gibt es das größte Fort aus der Kolonialzeit, von dem aus Sklaven nach Europa und Amerika verschifft wurden, direkt am Meer gebaut, gespickt mit Wehranlagen. Heute kaum vorstellbar was hier passiert ist.
22.12.2010
Cape Coast à Kakum Nationalpark 87km
· Heute zur Erholung nur ein kleiner Tagesausflug in einen nahegelegenen Nationalpark, in dem man auf mit Brücken miteinander verbundenen Plattformen den Regenwald mal aus einer ganz anderen Perspektive sehen kann. Für den Preis von 15 Ghc (ca. 7,50 €) allerdings ein bisschen kurz
23.12.2010
Cape Coast à Green Turtle Lodge 233km
· Nun sind wir also an unserer Weihnachtsdestination angekommen. Strand, Palmen und Meer. Dazu eine ziemlich nette Unterkunft – die Green Turtle Lodge wurde von einem Ehepaar aus England aufgemacht, mit dem Ziel an dem Strand brütende Meerschildkröten zu schützen und die Bevölkerung in den benachbarten Dörfern für deren Schutz zu sensibilisieren
24. – 27. 12-2010
Green Turtle Lodge 0km
· Die Tage vergehen, ich fühl mich wie im Paradies. Morgens aufstehen, Frühstücken, dann an Strand legen, vielleicht mal ins Wasser. Habe das lodgeeigene Surfbrett entdeckt auf dem ich mich hin und wieder mal versuche, oft endet es damit, dass ich irgendwie aufs Board klatsche und dann kopfüber in die Fluten falle :-D
· Haben hier viele Frewillige aus Ghana getroffen, war gut wie mal neue Leute um sich zu haben.
28.12-2010
Green Turtle Lodge à Kumasi 338km
· Heut‘ habe ich mich fast wieder wie in Togo gefühlt – die Straße war so krass schlecht, kaum vortstellbar…und das mindetens 200km lang. Mittags haben wir zum Glück auf der Strecke in einerm Dorf einen Super Fast Food stand gefunden, wo wir uns dann mit Fried Chicken und Fried Rice versorgen konnten. Fast Food, den man in ganz Ghana findet, der jeddoch nicht in ganz ghana gut ist.
· In Kumasi angekommen hatten wir das riesige Glück, bei einer ghanaischen Familie unterzukommen, die auch Frewillige aufnimmmt, die jedoch bei unserer Ankunft im Urlaub waren, so konnten wir endlich mal wieder in einem guten Bett mit richtig guter Matratze schlafen. Den Kontakt haben wir Tags zuvor über Eine der Ghanafrewilligen herstellen können. Obwohl die Familie und wir uns zuvor noch nie gesehen hatte, wurden wir aufgenommen wie die verloren Söhne und Töchter. Die Gastfreundschaft hier ist wirklich unglaublich
28.12.2010
Kumasi 0km
· Heute haben wir uns die Stadt angetan. Ein riesiges Monster von Stadt mit seeeehr viel Verkehr. Trotzdem sehr interessant, habens geschafft ein in unserem Reiseführer angepriesenes Restaurant zu finden und haben nach fünf Monaten das erste Mal wieder chinesisch gegessen. Aus dem Restaurant kommend mussten wir uns mit einem bereits bekannten „Ritual“ auseinandersetzen. Sobald die Leute merken, wem die Motorräder gehören, kommen sie auf dich zugelaufen und erwarten, dass du ihnen Geld gibst, da sie schließlich die ganz Zeit über auf die Maschinen aufgepasst hätten. Kumasi is very dangerous you really have to take care, give me some money…Ist jedem selbst überlassen, wie er in der Situation entscheidet…
29.12.2010
Kumasi à Buipe 367km
· Auf der heute gefahrenen Strecke konnte man schon ziemlich gut den Übergang von Tropen in Savanne beobachten. Die Landschaft wurde immer brauner, weniger grün als die Woche zuvor, die Luft immer heißer, alle Klamotten immer staubiger. Abends in Buipe angekommen, einem Dorf am nördlichen Ausläufer des Volta Sees. Als wir ankamen, war alles in leichten Dunst gehüllt, in der Luft das Zirpen der Grillen. Die Sonne ist grade untergegangen, total krasses Licht.
30.12-31.12.2010
Buipe à Mole Nationalpark àTamale 334km
· Im Mole Nationalpark wollten wir ursprünglich den Jahreswechsel verbringen, sind dann aber nur eine Nacht gefahren und dann ganz schnell nach Tamale weitergefahren. Der Park an sich ist riesig, hier gibt’s Elefanten, Antilopen und alle möglichen Affen, jedoch ist die Unterkunft hier so überteuert und runtergekommen, dass wir den Betreibern nicht mehr Geld als nötig in den Rachen werfen wollten.
Schließlich haben wir uns für die preiswerteste aber auch spannendste Übernachtungsmöglichkeit entschieden. Zusammen mit einem bewaffneten Guide sind wir abends mit einer Gruppe bestehend aus Briten, Canadiern und uns Deutschen in den Park gewandert und haben die Nacht auf einem Baumhaus mitten im Park verbracht. Zwar war uns irgendwann arschkalt, jedoch war es eine unvergleichbare Atmosphäre. Über uns der Sternenhimmel und um uns herum die Schreie von Hyänen, Affen und nein leider nicht von Elefanten.
· Am Silvesterabend sind wir nun in Tamale. Nach einem kleinen Zusammenstoß mit einigen Verkehrspolizisten, die zum Jahreswechsel nochmal an blöden Touristen verdienen wollten, sind wir abends in ein Restaurant eingekehrt um gebührend den Jahreswechsel zu feiern. Aufgrund der bis dato zurückgelegten Kilometer und einem viel zu gemütlichen Bett hab ich Silvester jedoch verschlafen.
01.01.2011
Tamale à Bolgatanga 207km
· Der Name ist auch das einzig interessante an der Stadt. Mitten in die Steppe gepflanzt eine ziemlich dreckige und unfreundliche Stadt, schnell weiter.
· Der Schlenker in den Norden hat sich jedoch schon allein wegen dem Abstecher zu den Tongo Whispering Rocks gelohnt, einer Felsformation inmitten der Einöde. Als wir ankamen war es grade Mittag und glühend Heiß. Wir kamen uns vor wie inmitten der Wüste. Das Gefühl in solch einer Einöde zu stehen ist kaum beschreibbar.
02.01.2011
Bolgatanga à Mango (Togo) 255km
· Back to Togo! Nach knapp einem halbem Monat in Ghana tat es gut wieder auf togoischem Boden zu stehen! Der Weg dahin war jedoch wieder von einigen ziemlich interessanten Erfahrungen geprägt. Noch in Ghana mussten wir durch ein kleines Städtchen namens Bawku, was sich jedoch nicht als so einfach wie erwartet herausgestellt hat. Am Stadteingang wurden wir von zwei Polizisten gestoppt, die uns darüber aufklärten, dass es Männern in Bawku nicht gestattet sei, ein Motorrad zu führen. Einige Jahre zuvor hätte eine Gruppe von Männern die Gegend mit ihren Motorrädern unsicher gemacht, indem sie immer wieder Raubüberfälle veranstaltet hätten. Die Motorräder hätten sie als Fluchtfahrzeuge benutzt. Im Zuge dessen hat man kurzerhand Männern in Bawku das Motorradfahren verboten.
Nachdem wie den Polizisten versichert haben, dass wir nichts von diesem neuen Gesetz gewusst hätten, haben sie uns passieren lassen. Jedoch sollten wir nur durch die Stadt fahren und nicht absteigen. Und tatsächlich: Auf unserem Weg durch die Stadt haben wir keinen einzigen Mann auf einem Motorrad oder einem Mofa gesehen. Lediglich sehr viele Fahrräder und einige Frauen dafür umso stolzer auf ihren motorisierten Gefährten.
· Von Bawku aus waren es dann nur noch wenige Kilometer zu Grenze. Kurz vor der Grenze dann das nächste Hindernis – vor uns ein ausgetrocknetes Flußbett und ganz viele im Flußsand festgefahrene Autos. Also kurz Fotos gemacht und beherzt in die sandigen Fluten gestürzt. Glücklicherweise sind wir ohne Probleme durch das sandige Hindernis gekommen. Im Nachhinein ist uns aufgefallen, dass wir, wären wir in der Regenzeit gekommen, vor einem unüberwindbaren Fluss gestanden hätten…Glück gehabt…
04.01.2011
Mango à Kanté à Kara 192km
· Auf zur Hauptstadt Nordtogos. Am Morgen jedoch sind haben wir noch einen kurzen Ausflug zu einem nahegelegenen See gemacht. Laut Einheimischen und Reisführer sollte es dort Hippos geben. Nachdem wir den See dann endlich gefunden hatten, war die Zeit um Hippos zu sehen (zwischen fünf und sieben Uhr morgens) eigentlich schon lange überschritten. Egal, die Landschaft um den See herum ist ziemlich schön, dann halt nur ein kleiner Spaziergang. Nach einer Dreiviertelstunde wollten wir grade wieder umkehren, als wir keine 30 Meter ein urtümliches Schnaufen hörten. Also sind wir schnell auf den nächsten Baum geklettert und tatsächlich konnten wir vor uns im See den Kopf eines riesigen Hippos sehen. In der aufgehenden Sonne am frühstücken schwamm es direkt vor uns im See.
05. – 07.01.2011
Kara à Sokodé à Atakpamé à Kpalimé 370km
· In den letzten Urlaubstagen sind wie gemütlich immer weiter Richtung Süden gefahren bis wie dann schließlich wieder in Kpalimé angekommen sind. Reich an vielen neuen Eindrücken und Erfahrungen.
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