Heute Abend mal etwas über Lärm. In literarisch leicht „übersteuerter“ Form.
Abends fangen die Jungs draußen an, mit ihren Jembés zu proben. Das ist eigentlich ziemlich gut, aber laut, halt. Ich sitze also am Tisch, esse meinen ziemlich leckeren Avokadosalat und höre den Trommeln zu. Von diesen fühlen sich jedoch meine Gastschwestern dazu animiert dazu zu tanzen, und gaaanz laut dazu zu schreien, sich gegenseitig zu ärgern und alles in einer Lautstärke, die mir den letzten Nerv raubt.
In solchen Momenten bewundere ich immer zutiefst meine Gastmutter die alles mit stoischer Gelassenheit trägt. Jahrelanges Training, oder einfach nur Gelassenheit in ihrer reinsten Form.
Hinzu kommt der allabendliche Konkurrenzkampf der Bars in Kpalimé um die geschätzte Kundschaft. Dabei gehen viele der Besitzer davon aus, derjenige mit der lautesten Musik habe auch automatisch die meiste Kundschaft. Also werden die Boxen ordentlich übersteuert, und nur Taube oder diejenigen die es noch werden wollen, wagen sich noch in die Bars. Besonders gut also, dass eine der Bars dieser Art direkt bei mir gegenüber allabendlich ihre Pforten öffnet.
Ich hätte nie gedacht, dass ich irgendwann noch zu der Einsicht gelangen würde, dass Gesetze bezüglich Lärmschutzes von Anwohnern, wie auch immer im korrekten Beamtendeutsch bezeichnet, Sinn ergeben…
Dies soll keineswegs als Tirade gegen togoischen Gegebenheiten gesehen werden, sondern als eine Einsicht in die Gedanken eines vielleicht doch noch nicht an alles gewöhnten Freiwilligen in Togo.