Von einem Ereignis auf dem Grand Marché von Lomé:
Eine Gruppe von Freiwilligen geht am Montagvormittag über den Grand Marché von Lomé. Es ist, wie immer, heiß, stickig, überall sind Menschen und Stände an denen Händler versuchen, den doch irgendwie wohlhabend aussehenden Yovos (Ewe = schlauer Hund, Bezeichnung für Weiße) ihre Waren feilzubieten. Die Gruppe von Freiwilligen ist mittlerweile durch einige Meter Abstand und Menschenmassen getrennt, jeder schaut sich die verschiedensten Artikel an – kurz um: eine ganz normale Situation auf dem Markt.
Plötzlich werden zwei der Freiwilligen von zwei eilig wirkenden Männern angerempelt, die aber gleich wieder in der Menschenmasse verschwunden sind.
„Scheisse mein Geld ist weg!“
18.000 CFA in der Brusttasche eines Hemdes sind für jeden einigermaßen talentierten Taschendieb leichte Beute. Jetzt denkt Jeder, ach scheisse, war blöd, ist jetzt aber passiert, kann man nichts ändern. Jetzt kommen wir jedoch erst zum interessanten Teil der Geschichte:
Nachdem der eine Freiwillige sich erst mal ordentlich aufgeregt hat, macht er ordentlich Alarm – jeder im Umkreis von zehn Metern hat augenblicklich mitbekommen, dass einem Weißen umgerechnet knapp 30 € geklaut worden sind. Jeder schaut sich nach einem eventuellen Dieb um und tatsächlich hat ein aufmerksamer Passant den Langfinger ausgemacht und blitzschnell ist der Dieb gestellt. Dieser rückt nach wütenden Worten einiger ehrlich aufgebrachter Männer schließlich sogar das Geld wieder raus.
Mit Hilfe des halben Marktes hat der Yovo also sein Geld wiederbekommen.
In einem so armen Land wie Togo sind 30 Euro eine ganze Stange Geld mit der man für einige Zeit sicher etwas zu Essen hat.
Jedoch hat der Freiwillige sein Geld bis auf den letzten CFA wiederbekommen.