Montag, 25. Oktober 2010

Arbeit


Wenn ich nicht gerade Berge besteige oder versuche Höhlen zu erkunden, gehe ich natürlich immer noch dem Hauptzweck meines Aufenthaltes hier in Togo nach. Arbeiten.
Wie lange ich dieser Beschäftigung noch im derzeitigen Rahmen nachgehen kann wird leider immer ungewisser.
Die bereits immer wieder erwähnten Finanzierungsprobleme in der Envol Schule für geistig behinderte Kinder und Jugendliche werden tragischer Weise immer akuter und nach ausführlichen Gesprächen mit dem Chef vom Campagne des Hommes sieht es bei aktueller Situation so aus, als müsse die Einrichtung zu den Winterferien geschlossen werden. 

Von dem Versuch eine Höhle zu besichtigen


Am Sonntag, den 24.10. haben wir mal wieder einen Ausflug in die nähere Umgebung von Kpalimé unternommen. Mit insgesamt sechs Motorrädern sind wir schließlich in einem Dorf in den Bergen angekommen um uns dort eine Grotte oder eine Höhle anzuschauen. Da es sich jedoch um eine heilige Grotte handelte, mussten wir erst mit den ältesten Männern des Dorfes sprechen, ansonsten wäre unsere Reise verflucht worden. Hier also eine Begegnung mit den in Togo praktizierten traditionellen Religionen.
Auf Anraten von einem unserer Freunde aus Kpalimé haben wir gleich bei Beginn unserer Ankunft eine Flasche Gin gekauft –als Geschenk für den Dorfchef, von dem wir auch gleich empfangen wurden.
Alle haben sich in einem Kreis vor seinem Haus gesetzt und die Verhandlungen konnten beginnen. Nach kurzer Zeit wurde klar, dass eine Flasche Gin bei weitem nicht reicht, um gesegnet die Grotte betreten zu können. Nein, es sollten drei Flaschen Togogin, ein hier produzierter, hochprozentiger Schnaps (manche sagen, bis zu 70 %) plus 5000 CFA sein. Mit dieser Gabe sei unsere Reise sicher und wir könnten beruhigt die Grotte betreten.
Wir waren da ein wenig anderer Meinung, haben uns jedoch freundlich für den Empfang bedankt und haben dann noch einen Berg, von dem man wunderbar die hügelige Landschaft rund um Kpalimé bestaunen konnte, bestiegen. Vorher sind wir im Rahmen der Abschiedszeremonie noch in den Genuss von Soda Bee, bzw. Togogin gekommen – auch eine Erfahrung für sich…

Mittwoch, 13. Oktober 2010

Von einem Erlebnis auf dem Grand Marché (Lomé)


Von einem Ereignis auf dem Grand Marché von Lomé:
Eine Gruppe von Freiwilligen geht am Montagvormittag über den Grand Marché von Lomé. Es ist, wie immer, heiß, stickig, überall sind Menschen und Stände an denen Händler versuchen, den doch irgendwie wohlhabend aussehenden Yovos (Ewe = schlauer Hund, Bezeichnung für Weiße) ihre Waren feilzubieten. Die Gruppe von Freiwilligen ist mittlerweile durch einige Meter Abstand und Menschenmassen getrennt, jeder schaut sich die verschiedensten Artikel an – kurz um: eine ganz normale Situation auf dem Markt.
Plötzlich werden zwei der Freiwilligen von zwei eilig wirkenden Männern angerempelt, die aber gleich wieder in der Menschenmasse verschwunden sind.
„Scheisse mein Geld ist weg!“
18.000 CFA in der Brusttasche eines Hemdes sind für jeden einigermaßen talentierten Taschendieb leichte Beute. Jetzt denkt Jeder, ach scheisse, war blöd, ist jetzt aber passiert, kann man nichts ändern. Jetzt kommen wir jedoch erst zum interessanten Teil der Geschichte:
Nachdem der eine Freiwillige sich erst mal ordentlich aufgeregt hat, macht er ordentlich Alarm – jeder im Umkreis von zehn Metern hat augenblicklich mitbekommen, dass einem Weißen umgerechnet knapp 30 € geklaut worden sind. Jeder schaut sich nach einem eventuellen Dieb um und tatsächlich hat ein aufmerksamer Passant den Langfinger ausgemacht und blitzschnell ist der Dieb gestellt. Dieser rückt nach wütenden Worten einiger ehrlich aufgebrachter Männer schließlich sogar das Geld wieder raus.
Mit Hilfe des halben Marktes hat der Yovo also sein Geld wiederbekommen.
In einem so armen Land wie Togo sind 30 Euro eine ganze Stange Geld mit der man für einige Zeit sicher etwas zu Essen hat.
Jedoch hat der Freiwillige sein Geld bis auf den letzten CFA wiederbekommen.

Montag, 4. Oktober 2010

Neue Fotos

Hier die neuen Fotos aus Lomé:
http://picasaweb.google.de/105204615460635404530/Blog2#

Ein Wochenende in Lomé

Doch nicht alle in Togo lebenden Deutschen. Sondern Freiwillige vom DED und diejenigen, die Leute kennen. Trotz allem sind wir am Samstagmorgen nach Lomé aufgebrochen um dort ein verlängertes Wochenende zu verbringen. Bis heute Morgen haben wir im Haus von der Familie einer anderen Freiwilligen gewohnt, die mittlerweile in Deutschland leben, jedoch noch ein Haus in einem Vorort von Lomé besitzen. Der Weg dorthin war einigermaßen aufregend, da betreffendes Viertel vom Regen der vergangen Tage überschwemmt wurde und die Wege nahezu unpassierbar sind.
Gestern sind wir zu einem der bewachten Strände etwas außerhalb von Lomé gefahren um mal einen Tag als deutsche Touristen in Togo zu verbringen. Denn genauso fühlt man sich, wenn man die 600 CFA Eintritt bezahlt und in den umzäunten Bereich betreten hat. Auf einmal ist alles sauber, überall laufen Weiße rum und alles ist ziemlich teuer. Trotzdem haben wir natürlich den Tag am Strand genossen, genauso wie man einen Strandtag im Urlaub genießt. Nur war der Kontrast zwischen dem umzäunten Bereich und dem Rest von Lomé einfach viel zu krass, um nicht ein wenig nachdenklich zu werden.
Heute schließlich sind wir in Lomé, drei von uns gehen auf die Botschaftsfeier und ich werde gleich mit einem Kollegen Essen gehen.