Mittwoch, 8. September 2010

Mont Agou

Am Sonntag haben wir mal wieder Bekanntschaft mit der togoischen Bürokratie, bzw. Korruption gemacht. An dem Tag wollten wir nämlich den, einige Kilometer von unserem Haus entfernten, 980m hohen Mont Agou besteigen.

Angefangen hat alles mit dem Taxi, das uns zum Berg bringen sollte. Der Faher hat mit einem Gesamtpreis von 25.000 CFA angefangen – was so ziemlich der übertriebenste Preis in ganz Togo war. Im Laufe der nächsten Stunde, die von Verhandlungen, Beschuldigungen und Vorwürfen gefüllt war, ist er dann auf 16.000 CFA runtergegangen. Immer noch viel zu viel, wie sich im Nachhinein herausgestellt hat.
Während der Fahrt hat es dann richtig dolle angefangen zu regnen – aber egal, die Vorfreude auf den Berg war (noch oder trotzdem) immer noch größer als der Ärger über das teure Taxi. Als wir dann am Fuß des Berges angekommen sind, hat dort bereits die nächste Überraschung auf uns gewartet. Ein zugebenermaßen wirklich netter, von der Präfecture Agou beauftragter Beamter hat uns dort eröffnet, dass man für die Besteigung des Berges eine Art Visum bräuchte – das für uns weiter 5000 CFA kosten sollte. Somit hat uns der Ausflug bis dato 21.000 CFA gekostet. Mittlerweile wurde der Regen stetig stärker. Als wir den Taxifahrer gefragt haben, ob er denn von der Steuer, bzw. dem „VISA“ gewusst habe, bestätigte er dies, jedoch habe er vergessen uns das zu sagen – na klar.
Als wir dann vor dem Berg aussteigen wollten, hat uns der Fahrer eröffnet, er würde uns den Berg hochfahren, da er nicht wollte, dass wir ihm nach der Wanderung sein Auto verdrecken. Glücklicherweise wurde er dann ca. 3km vor der Spitze von Mutter Natur in Gestalt eines auf die Straße gefallenen Baumes dazu gezwungen.
Nun konnten wir endlich anfangen zu wandern. Das haben wir auch voller Freude bis zur Bergspitze getan, da die Natur und die Aussicht uns für die bisherigen Strapazen entschädigt haben – bis wir vor einer Schranke kurz vor der Bergspitze standen. Dort haben uns zwei Männer aufgehalten, die meinten, sie würden zur togoischen Armee gehören und hätten die Aufgabe, uns auf der Spitze herumzuführen und uns zu schützen – wovor auch immer. Auf jeden Fall hat diese Leistung weitere 1000CFA gekostet. Dafür wurden wir mit einem grandiosen Blick über die das togoische Plateau belohnt, der unseren Ärger ein wenig gemildert hat.
Alles in allem war es ein ereignisreicher Tag, aus dem wir viel gelernt haben, der aber auf jeden Fall sehr viel angenehmer hätte verlaufen können.

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