Eineinhalb Wochen Camp. Vorgestern ist noch Verstärkung aus Deutschland gekommen – wir sind jetzt also mehr als genug Freiwillige hier. Insgesamt 14 Personen, die sich zwei Zimmer teilen müssen, die jeweils für zwei Leute ausgelegt sind – soll heißen zwei bis drei teilen sich ein Bett, die Anderen schlafen auf dem Boden. Das ist dann für die Dauer von drei Wochen schon relativ nervenaufreibend. Im Moment freu‘ ich mich ziemlich auf meine Gastfamilie in Kpalimé, weil ich dort dann endlich mein eigenes Zimmer haben werde und nicht die ganze Zeit über aus dem Rucksack leben werde müssen…
Gestern sind wir das erste Mal mit dem Gesundheitssystem in Togo in Berührung gekommen – bzw dem, was man davon merkt
Einer unser Lehrer aus dem Camp hat sich verletzt und musste in Folge dessen dringend in ein Krankenhaus. Da es jedoch keine flächendeckende Krankenversicherung gibt, wird hier alles über private Krankenversicherungen geregelt oder selbst bezahlt.
In diesem Fall hatte der betreffende Lehrer bedauernswerter Weise keine Versicherung und stand also vor einem relativ großen Problem, da er nicht das nötige Kleingeld für die erforderliche Behandlung aufbringen konnte. Glücklicherweise konnten zwei andere Lehrer das Geld erst einmal vorstrecken. Soweit alles also kein Problem…
Jedoch kam es dann zu einer Situation, die ich als ziemlich unangenehm empfunden habe. Und zwar hat man und dann ziemlich bald gefragt, ob wir nicht einen kleinen Teil zu der Behandlung beisteuern könnten. Dann kam natürlich die Diskussion auf, wie viel usw.…Schließlich haben wir uns auf einen Korb geeinigt, in den jeder etwas spenden kann.
Trotzdem finde ich es schwierig, wenn Freiwillige noch zusätzlich nach Geld gefragt werden, da schließlich der Dienst an sich schon nicht ganz billig ist…
Wie seht ihr das?
Hey!!
AntwortenLöschenUm gleich zum Punkt zu kommen: Ich gebe dir aus deiner Perspektive absolut recht. Du engagierst dich, willst etwas tun und gibts auch viel Geld. Da fühlt man sich komisch, wenn man zusätzlich gefragt wirst. Andererseits ist es sicherlich auch ein Zeichen dafür, was für eine Position ihr Freiwilligen in Togo habt. Als Europäer werdet ihr sicherlich (und das stimmt ja in der Regel auch) als wohlhabend angesehen. In so einer Situation wie eben dieser, die du beschreibst, vergisst man schnell, wie viel ihr abseits des Geldes gebt, ihr ward die einzigen wohlhabenden in Reichweite (abgesehen von den beiden die zahlen konnten). So eine Situation ist unangenehm ja!! Liebe Grüße und sorry, dass dies meine erste Nachricht an dich ist, bin sehr froh, dass es dir gut geht!!! Habe alle deine Beiträge mit Spannung verfolgt!! Bis Bald! jojo
hey maio, also ich gebe dir da auch völlig recht. ihr habt ja noch nicht einmal ein einkommen, nur eine aufwandsentschädigung. also das eine mal kann man nicht ändern, aber falls das noch öfter vorkommen sollte, würde ich kontakt mit deiner organisation aufnehmen und da das problem mal ansprechen.
AntwortenLöschenalles liebe, die lu
Hey Mario,
AntwortenLöschenich denke, ihr habt das Beste aus der Situation gemacht, in dem ihr da versucht habt als Gruppe zu agieren, und nicht jeder einzeln für sich (womöglich sogar vor den anderen Lehrern) entscheiden musste ob und wie viel.
Wobei es natürlich unschön ist, dass ihr, wo ihr da schon ohne richtiges Einkommen arbeitet, um Geld gebeten werdet, da stimme ich mit dir überein. Dennoch werdet ihr, wie Jojo schon gesagt hat, als Europäer immer als reich empfunden und ich fürchte, dass sich das so schnell auch nicht legen wird.
Trotzdem weiterhin ganz viel Spaß!
Liebe Grüße,
Daniel
ja ich wurde auch schon zigmal angesprochen, ob ich nicht wenigstens einen dollar geben kann (ca 10€cent).
AntwortenLöschenaber eben weil ich so oft angesprochen werde, gebe ich konsequent gar nichts. auch wenn manche menschen echt arm aussehen. ich hab mich dazu entschieden einfach gar kein geld zu geben, weil man kein anfang und ende machen kann. manchmal geb ich ne zigarette, wenn offentsichtlich ist, dass die person raucht, oder kaufe ein getränk oder ein stück fleisch. das empfinde ich alsangenehmer. wenn ich geld gäbe, wäre ich bald sowas von pleite. aber wie sagt man so schön, es ist situationsabhängig
Ich denke auch, dass es sich nicht häufen sollte und selbstverständlich werden. Da handelst du bestimmt richtig Benni. Dennoch halte ich es im Falle der Krankheit für ok gefragt zu werden. Sie halten euch schließlich nicht nur für reich, sondern ihr seid faktisch auch wohlhabender als sie. Das hängt natürlich noch davon ab, wie die Bitte vorgetragen wurde bzw. rüberkam. Dies kann ich nicht beurteilen. Doch könnte ich mir vorstellen, dass es auch nicht das Angenehmste ist von noch sehr Fremden, 19 Jahre alten Menschen, so abhängig zu sein.
AntwortenLöschenLiebe Grüße,
Leonie